SPD Bad Liebenzell

 

Geschichte des Ortsvereins

Veröffentlicht in Ortsverein

Vor 35 Jahren haben ein paar engagierte Sozialdemokraten in Bad Liebenzell unseren Ortsverein gegründet. Reiner Gassmann, Eberhard Grapke und Erwin Moser hatten die Idee, und so fand am 26. Februar 1973 im Hotel Lamm in Bad Liebenzell die Gründungsversammlung statt.

Reiner Gassmann war der erste OV-Vorsitzende, er ist inzwischen leider verstorben. Marianne Joneleit war die erste Kassenwartin, ein Jahr später hat Ursel Gassmann sie abgelöst, und man wird sich noch wundern, wie klebrig dieses Amt sich für sie erwiesen hat.

Erwin Moser war damals stellvertretender Vorsitzender. Eberhard Grapke wurde zum Schriftführer gewählt, er wohnt heute in Stuttgart. Den Familiennamen Grapke wird man an dieser Stelle noch öfter lesen. Die ganze Familie Grapke, Herbert mit seinen Kindern Eberhard, Karl-Heinz und Conny haben in all den Jahren dem Ortsverein zur Seite gestanden.

Herbert Grapke, die gute Seele unseres Ortsvereins, ist leider schon verstorben. Er war ein treuer und überaus engagierter Genosse. Heute sind Karl-Heinz Grapke und Erwin Moser unsere dienstältesten Mitglieder, die beiden sind nun schon seit 41 Jahren in der Partei.

Bereits 3 Wochen nach der Gründung bekam der erste Vorstand bei einer Mitgliederversammlung zwei Beisitzer. Einer davon war Karl-Heinz Cahnbley, dessen frühere Ehefrau Hilde Cahnbley mit 83 Jahren heute noch im Vorstand des Ortsvereins mitarbeitet.

Der andere Beisitzer war Karl-Ulrich Templ, der als Historiker, Bildungsexperte und Vollblutpolitiker in unserem Ortsverein von Anfang an die politische Bildung betrieb und bereicherte mit seinen kompetenten Referaten, ob nun zur Geschichte der SPD, zur schonungslosen Analyse von Wahlergebnissen oder noch vor kurzem zu unserem Verhältnis zur Linkspartei. Lange Jahre betreute er uns auch als Kreisvorsitzender.

Der damalige Bundestagsabgeordnete Hermann Dürr, der Landtagsabgeordnete Hermann Gross und natürlich der Kreisvorsitzende Hans Bay beehrten die Gründung mit einem Grußwort.

Schon 1974 konnte man dann eine eigene Liste für die Kommunalwahl aufstellen, und Frieder Zeeb und Bernd Katz haben danach als erste SPD-Räte die Partei im Gemeinderat vertreten.

Ende 1974 gab es einen Wechsel im Vorstand, Karl-Heinz Cahnbley übernahm den Vorsitz, die Familie Grapke war in diesem Vorstand schon zu zweit vertreten.

1975 fasste der Ortsverein einen Beschluss, der auch heute noch Bestand hat: „Die Mitglieder der SPD erklären ihr Einverständnis, dass Nichtmitglieder auf die Liste der SPD aufgenommen werden, wenn sie sich zur SPD als Partei und zu den Zielen der SPD bekennen.“

1976 schrieb Eberhard Grapke ein Gedicht zum Landtagswahlkampf, das ich Euch nicht vorenthalten will. Es galt damals gegen den Landtagsabgeordneten der CDU Hermann Dutt zu kämpfen.

Politisch’ Lied zur Fastenzeit

von Eberhard Grapke

Oh, Hermann Dutt, die Bitt’ erschallt,
erhalt uns schwarz den Schwarz(en)wald.
Beschütze unser „Teutsches Land“
Vor Wassernot und Feuersbrand,
Vor Elend, Pest und Radikalen
Vor Sozis und vor Liberalen!

Der Anfang kann sich sehen lassen,
im Landkreis wurden viele Strassen,
dank Dutt gepflastert mit Asphalt:
ein Stück mehr Schwarz im Schwarz(en)wald!
Zwar kamen Mittel auch aus Bonn,
doch Dutt denkt sich, wer weiß das schon?

Dutt lobt und preist nun seine Werke,
sieht in Bescheidenheit nie Stärke.
Er würde, so wie wir ihn kennen,
Kreis Calw in Duttlingen benennen,
auch würde er sich garnicht zieren
und selbst in Duttgart residieren.

Wir machen nun am Tag der Narren,
Herr Dutt den Vorschlag, Geld zu sparen.
Man baut im Kreise künftig nur
Straßen mit ‚ner rechten Spur.
Bedenk’ im Eifer des Gefechts:
Die Standspur, die ist immer rechts.

Die CDU fährt nach dem Motto:
„Bildungschancen wie im Lotto
tun’s allemal für unsre Kinder,
denn schließlich sieht sogar ein Blinder,
wie es im „Ländle“ vorwärts geht,
wenn Hahn auf seiner Standspur steht.

Wir führen unsren Wahlkampf ehrlich,
die Samthandschuhe sind entbehrlich,
weil wir uns nicht mit dem befassen,
was andre auf uns runter lassen.
Der böse Geist von Sindelfingen
Kann uns nicht in die Knie zwingen!

Es tönt durch’s „Ländle“ die Fanfare:
„Duttt - Dutt - Dutt - vier weit’re Jahre“.
Rechts hat zwar Vorfahrt im Verkehr,
doch in der Politik nicht mehr!
Wir hoffen fest, wir werden Sieger,
durch möglichst viele „Linksabbieger“ !

Wilhelm Hahn war zu der Zeit schon seit 12 Jahren Kultusminister in Baden-Württemberg. Damals ging es auch schon um gerechte Bildungschancen? Mann, braucht man in der Politik einen langen Atem!

1977 wurde Bernd Katz Vorsitzender mit Christian Pohl als seinem Stellvertreter, weitere neue Mitglieder im Vorstand war das Ehepaar Karl und Eleonore Stöffler. 1980 wurden Karl Stöffler, Rainer Gassmann und Frieder Zeeb in den Gemeinderat gewählt, 1984 kamen Ingeborg Fischinger und Karin Dullstein dazu. 1981 hat Karl Stöffler den Vorsitz dann übernommen, seine Stellvertreter waren Karin Dullstein und Herbert Grapke.

1983 wurde Karl Stöffler in seinem Amt bestätigt. Ein neuer und uns doch wohl bekannter Name bei den Beisitzern ist der von Fritz Rathfelder. 1985 übernahm Karl-Heinz Cahnbley noch einmal den Vorsitz. In seinem Vorstand tauchen gleich zwei neue Familiennamen auf, die uns noch öfter begegnen werden: Heeskens und Hezel.

Elfriede Heeskens war mit ihrem Mann Ernst in die Dürr’sche Heimat Möttlingen zurückgekehrt, und die beiden mischten jetzt kräftig mit! Ernst Heeskens überließ vorerst seiner Frau das lokale Feld und ging als Pressesprecher zum Kreisvorstand, der damals immer noch von Karl-Ulrich Templ geführt wurde.

Ende 1985 stellte Frieder Hezel die Vereinigung „Internationale Ärzte zur Verhütung des Atomkriegs“ vor, die kurz zuvor den Friedensnobelpreis erhalten hatte. Es deutete sich damit im OV ein neuer thematischer Schwerpunkt an: die Friedenspolitik.

1986 wurde von Elfriede Heeskens und anderen der „Frauen-Gesprächskreis“ der SPD in Bad Liebenzell gegründet. Ziel war die Einbindung und aktive Beteiligung der weiblichen Mitglieder, aber auch der SPD-Ehefrauen. Elfriede Heeskens hat dann 1986 den Ortsvereinsvorsitz kommissarisch übernommen und wurde dann 1987 auch als Vorsitzende gewählt.

1987 erhielt Karl Stöffler, der dem Vorstand immer noch als Beisitzer angehörte, den Umweltschutzpreis der Calwer Volksbank, eine großartige Auszeichnung.

Auch Ernst Heeskens hat mit einem vermeintlich ganz jungen Hobby schon viel früher begonnen, als ich das dachte. Der „Rei’gschmeckte“ hat 1987 bei einem kommunalpolitischen Abend die Liebenzeller in einem Dia-Quiz nach dem Motto „Zuhause gibt es viel, was man nicht kennt“ mit Kenntnissen in der lokalen Heimatkunde beeindruckt, die mancher Alteingesessene nicht aufbringen konnte! 1989 wurde Elfriede ein weiteres Mal zur Vorsitzenden gewählt.

Im gleichen Jahr konnten wieder 5 Vertreter für die SPD in den Gemeinderat einziehen. Das waren Rainer Gassmann, Karin Dullstein, Erwin Moser, Fritz Rathfelder und Wolfgang Schütze, der schon zuvor nach dem Ausscheiden von Frieder Zeeb nachgerückt war.

Wolfgang Schütze, der langjährige Leiter der politischen Bildungsstätte in der Liebenzeller Burg, ist letztes Jahr in seine alte Heimatstadt Hameln zurückgekehrt und hat den Ortsverein damit leider verlassen, aber bestimmt nicht vergessen. Nach 23 Jahren im Gemeinderat hat ihn die heutige Vorsitzende Saskia Esken auf seinem Sitz „beerbt“.

Ende 1989 wurde Volker Bäuerle in Bad Liebenzell mit beachtlichen 68% Zustimmung im ersten Wahlgang zum neuen Bürgermeister gewählt, und das als Roter im „rabenschwarzen Schwarzwald“, wie es Bernd Katz 1977 formuliert hat.

1990 kamen Roland Esken und seine Frau Saskia, damals noch mit dem Nachnamen Hofer, nach Bad Liebenzell. Sie trieb zu der Zeit ein gesellschaftlich brisantes Thema um: die Unterbringung und die Integration von Asylbewerbern, die von der Mehrheit der Bevölkerung mit gelinde gesagt sehr gemischten Gefühlen beobachtet wurden. Die Familie Heeskens und Reiner Gassmann konnten die beiden schnell davon überzeugen, dass der Ortsverein der SPD die richtige Plattform war für ihr Bedüfnis, etwas zu tun.

Dass die beiden schon im darauffolgenden Frühjahr als stellvertretende Vorsitzende und Schriftführer dem Vorstand angehörten, hat mit „Hoppla, jetzt komm’ ich“ eher weniger zu tun. Vielmehr war es in der schieren Personalnot und der zurückgehenden Bereitschaft der Mitglieder, sich im Vorstand zu engagieren, sogar notwendig gewesen, auf Beisitzer zu verzichten – und seither hat es keine mehr gegeben.

Im März 1993 musste Elfriede den Ortsvereinsvorsitz aus beruflichen Gründen abgeben, sie konnte ihren Einfluss aber zu Hause am Küchentisch weiterhin geltend machen, weil das Amt in der Familie blieb. Ihr Mann Ernst übernahm den Vorsitz. Georg Müller war sein Stellvertreter und nahm sowohl dieses Amt als auch die Aufgabe eines Pressesprechers mit ungemein viel Engagement wahr. Es sollte sich bald herausstellen, dass er nach Höherem strebte.

Ursula Gassmann – man erinnert sich vielleicht, dass die Sprache nochmal drauf kommen sollte - gab am Ende des Jahres 1993 nach schier unglaublichen fast 20 Jahren das Geschäft der Kassenführung an Achim Schwarzer ab.

1994 trat für alle Beteiligten überraschend Rainer Gassmann aus der SPD aus und von allen Ämtern zurück. Das war ein herber Verlust für den Ortsverein und vor allem für den Gemeinderat. Wenige Zeit später erkrankte Rainer unheilbar und starb nach schwerem Leiden einsam und viel zu jung.

Bei der darauf folgenden Kommunalwahl wurden Wolfgang Schütze, Fritz Rathfelder, Erwin Moser und Anneliese Häberle in den Gemeinderat gewählt.

1995 übernahm Georg Müller nach einer Kampfabstimmung den Ortsvereinsvorsitz, seine Stellvertreter waren Linda Rauch und Norbert Ehnis. Die Kasse führte Achim Schwarzer weiter, die Schriftführung und Presse übernahm Müller selbst. Am Ende von Müllers Amtszeit und Parteizugehörigkeit hieß es, zu seiner Zeit im Ortsvereinsvorstand sei ein Riss durch den Ortsverein gegangen. Achim Schwarzer hat dann kommissarisch die Geschäfte des Vorsitzenden übernommen. So mancher hat sich um die Zukunft des Ortsvereins damals echte Sorgen gemacht.

Anfang 1997 übernahm Frieder Hezel den Vorsitz des Ortsvereins und führte die Partei vor Ort wieder in ruhigeres Fahrwasser. Seine Gründung, Organisation und Betreuung des Liebenzeller Diskussionsforums war eine thematische Bereicherung und nebenbei eine ausgezeichnete Werbung für Bad Liebenzell und unseren Ortsverein.

Stellvertreter waren Achim Schwarzer und Ernst Heeskens, die Kasse übernahm für kurze Zeit der junge Sven Kalweit, gab sie aber schon Ende des Jahres an Edith Rathfelder ab. Schriftführer war nun wieder Roland Esken. 1998 löste Yosri Sabri Ernst Heeskens als Stellvertreter ab.

In diesem Jahr wurde Volker Bäuerle mit einer überwältigenden Mehrheit als Bürgermeister wiedergewählt. Ab 1999 waren unsere Gemeinderäte Wolfgang Schütze, Anneliese Häberle, Fritz Rathfelder, Fritz Starzmann und Hermann Weber.

2001 wählten die Mitglieder Edith Rathfelder und Friedrich Burkhardt als stellvertretende Vorsitzende. Sabine Seeger-Hezel übernahm die Kasse und Wolfram Eitel das Amt des Schriftführers und Pressesprechers, das die beiden bis heute ausfüllen.

2004 wurden Wolfgang Schütze und Hermann Weber wieder in den Gemeinderat gewählt, dazu kamen die neuen Mandatsträger Heiner Oehlschläger, Werner Kolb und Tobias Kutzer.

2007 kommen Achim Schwarzer und Hilde Cahnbley als stellvertretende Vorsitzende in den Ortsvereinsvorstand und sind es heute noch. Frieder Hezel hat den Vorsitz des Ortsvereins für 11 Jahre behalten und hat erst Anfang diesen Jahres aus beruflichen Gründen den Stab an Saskia Esken übergeben.

Ich habe einen organisatorisch, politisch und menschlich gut betreuten Ortsverein übernommen und baue auf die Unterstützung aller Mitglieder, insbesondere natürlich im Vorstand, um dies zu bewahren.

Saskia Esken - Ortsvereinsvorsitzende

 

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